Project Rollen des Alltagswahns

Rollen des Alltagswahns

MultiMediaArt, 2011

Über Rollen des Alltagswahns

Für das Fach "Textuelle Gestaltung" war es unsere Aufgabe einen Text in eine Bildbeziehung zu bringen. In der ersten ILV haben wir einen eigentümlichen Brauch des Alpenraumes dokumentiert: Den Krampuslauf. Während des Videoberichts fiel uns eine sehr skurille Szene ins Auge: Nach dem bunten Treiben fuhren die Krampusse alle mit dem Bus nach Hause. Aufbauend auf jener Stimmung kam uns die Idee, den Krampus in Alltagssituationen zu stecken. Der fiktive Karl K. ist ein Geselle, der gerne jede...

Für das Fach "Textuelle Gestaltung" war es unsere Aufgabe einen Text in eine Bildbeziehung zu bringen. In der ersten ILV haben wir einen eigentümlichen Brauch des Alpenraumes dokumentiert: Den Krampuslauf. Während des Videoberichts fiel uns eine sehr skurille Szene ins Auge: Nach dem bunten Treiben fuhren die Krampusse alle mit dem Bus nach Hause.

Aufbauend auf jener Stimmung kam uns die Idee, den Krampus in Alltagssituationen zu stecken. Der fiktive Karl K. ist ein Geselle, der gerne jeden Tag den 5. Dezember feiern würde. Leider muss er das restliche Jahr die Rolle des Alltagswahns übernehmen, um die Dauer einer Sonnenwende zu überleben. Gepfercht in das erzwungene Leben der Normalität erwartet er sehnsüchtig den einen Tag, an dem er sein wahres gesicht zeigen kann.

Das Layout wurde von einem modernen Schnittprogramm inspiriert. Der Timecode mit Szenen unserer Krampus-Dokumentation zeigt, dass Karl K. immerzu an die Rolle denkt, für die er geschaffen wurde. Die großen Alltagsszeen zeugen von einer starken Bildkomposition. Karl K. befindet sich immer im linken Bilddrittel, während der Rest durch den perspektivischen Raum gefüllt wird.

Visuelle Eindrücke

Karl K. ist kein besonders auffälliger Mensch.

Er bezahlt seine Rechnungen, ist freundlich zu seinen Nachbarn und kaut jeden Bissen 37-mal, bevor er runterschluckt.
Er bezahlt seine Rechnungen, ist freundlich zu seinen Nachbarn und kaut jeden Bissen 37-mal, bevor er runterschluckt.

Doch hinter der Maske des Alltags steckt etwas, das raus möchte...

Karl K. hat genug von der Rolle des braven Mitbürgers. Gegen seinen Willen wird er in den Einheitsprei der Gesellschaft gepresst.
Karl K. hat genug von der Rolle des braven Mitbürgers. Gegen seinen Willen wird er in den Einheitsprei der Gesellschaft  gepresst.

Ein neuer Morgen bricht an.

Doch Karl K. kann sich nicht darüber freuen. Ein weiterer Morgen bedeutet nur einen weiterern Traum, der durch die Realität entzweit wurde.
Doch Karl K. kann sich nicht darüber freuen. Ein weiterer Morgen bedeutet nur einen weiterern Traum, der durch die Realität entzweit wurde.

Denn sein Blick zieht ihn in die Ferne.

Karl K. findet kein Interesse am Alltag. Er spielt seinen Part im Blockbuster des Lebens, aber seine tiefsten Bedürfnisse sind für einen ganz anderen Film konzipiert worden...
Karl K. findet kein Interesse am Alltag. Er spielt seinen Part im Blockbuster des Lebens, aber seine tiefsten Bedürfnisse sind für einen ganz anderen Film konzipiert worden...

Der Schein trügt.

Karl K. mag entspannt wirken, doch in Wahrheit wartet er krampfhaft auf den einen Tag, an dem er aus dem elendigen Trott ausbrechen kann.
Karl K. mag entspannt wirken, doch in Wahrheit wartet er krampfhaft auf den einen Tag, an dem er aus dem elendigen Trott ausbrechen kann.

Bald ist Feierabend!

Karl K. erledigt seine Arbeit gewissenhaft, wie es von ihm erwartet wird. Doch im Hinterkopf plant er schon den kommenden Abend. Denn der 5. Dezember ist der einzige Tag, an dem er sein wahres Gesicht zeigen darf...
Karl K. erledigt seine Arbeit gewissenhaft, wie es von ihm erwartet wird. Doch im Hinterkopf plant er schon den kommenden Abend. Denn der 5. Dezember ist der einzige Tag, an dem er sein wahres Gesicht zeigen darf...